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ADH
siehe Antidiuretisches Hormon.
AIDS
Abkürzung für Acquired Immunodeficiency Syndrome, erworbene Immunmangelkrankheit. Bestimmte, für die Abwe von Krankheitserregern zuständige Körperzellen werden durch das Human Immunodeficiency Virus (HIV) zerstört. Krankheitskeime, mit denen ein Gesunder leicht fertig wird, können zu lebensgefährlichen Infektionen fuhren. Die Weltgesundheitsorganisation definiert AIDS
AIDS Related Complex
Abgekürzt ARC. International übliche Sammelbezeichnung für Beschwerden, die im Zusammenhang mit einer Infektion durch das AIDS-erregende Virus auftreten (Lymphknotenschwellung, Fieberschübe, Durchfall, Gewichtsverlust, Kräfteverfall usw.).
AZT (Azidodeoxythymidin)
Medikament, das nach dem Prinzip der Reversen Transcriptase bei einem Teil der AIDS-Patienten die Krankheit aufhält oder.
Abduzenslähmung
Ist die Lähmung des sechsten Hirnnerven. Das betroffene Auge kann nicht mehr nach außen bewegt werden. Der Patient sieht Doppelbilder.
Aberration
Eine krankhafte Veränderung, Abweichung von der Norm, z.B. der Chromosomen II (entweder in ihrer Zahl - der Mensch hat normalerweise 23 Paare - oder in ihrer Form etwa bei den Geschlechtschromosomen, XY beim Mann oder XX bei der Frau).
Abführmittel
Alle Präparate zur Beschleunigung der Darmentleerung. Heute hat sich durchgesetzt, sie vorwiegend entsprechend ihrer Wirkungsweise einzuteilen (auf den -+ Dünn- oder -+ Dickdarm bzw. nach der Art ihres Reizes). Bei zu häufiger Anwendung kann es zum Abführmittelabusus kommen, der zu schweren, aber heilbaren Störungen der Darmtätigkeit führt.
Abhängigkeit
Ausdruck für Sucht und Gewöhnung. Psychische und/ oder physische Abhängigkeit von Drogen der Typen Morphin, Kokain, Marihuana, Barbiturate, Alkohol, Amphetamine bzw. Halluzinogene.
Ablaktation
Von lat. Lac, Milch, bedeutet Abstillen.
Ablatio
Amputation oder Ablösung von Körperteilen oder -organen, zum Beispiel Netzhautablösung
Ablepharie
Bezeichnung für das vollständige oder teilweise Fehlen des Augenlids. Dies kann angeboren oder während des späteren Lebens erworben sein.
Ablepharie-Makrostoma-Syndrom (AMS)
seltene angeborene Störung, gekennzeichnet durch das vollständige oder teilweise Fehlen des Augenlids, anormalen Ohren, überwiegend einseitige Vergrößerung der Mundspalte infolge einer ein- oder beidseitigen Hemmungsfehlbildungen wegen ausbleibender oder gestörter Verschmelzung der Gesichtsfortsätze, nicht normal entwickelten Genitalen, Fehlen des Flaumhaares beim Fetus (Lanugo).
Abmagerungsmittel
siehe Appetitzügler.
Abnabeln
Durchschneiden der Nabelschnur unmittelbar nach dem ersten Atemzug des Kindes oder - bei bestimmten Methoden wie sanfte Geburt - innerhalb der ersten zwanzig Minuten, sobald sie nicht mehr pulsiert.
Abortus
Fehlgeburt. Im medizinischen Sinne wird davon gesprochen, wenn das werdende Baby innerhalb der ersten 28 Schwangerschaftswochen ausgestoßen wird und noch nicht lebensfähig ist. Dreiviertel aller Fehlgeburten ereignen sich im dritten Schwangerschaftsmonat
Abrasio
Abkratzen. Ausschaben oder Abkratzen von Körperteilen (zum Beispiel der -+ Gebärmutter nach einer Fehlgeburt = abrasio uteri oder Abschabung der Augenbindehaut = abrasio conjunctivae).
Abstinenz
Enthaltung, z.B. Verzicht auf bestimmte Nahrungs- oder Genussmittel, kann zu Abstinenzerscheinungen führen. Das plötzliche Fehlen von Alkohol, Drogen oder Medikamenten, auf die sich der Körper bereits eingestellt hat, führt zu Regulationsstörungen des vegatativen Nervensystems, die von Schwächezuständen bis hin zu Delirien gehen können.
Abstrich
Entnahme von Organmaterial - von Haut- oder Schleimhautoberflächen - zu bakteriologischen oder zytologischen (zellulären) Untersuchungen etwa im Rahmen der Krebsvorsorge.
Abszess (Abscessus)
Lokalisierte, von einer Membran umgebene Ansammlung von Eiter in einem nicht vorgebildeten Hohlraum, meist in Unterhautbindegewebe, nach bakteriellen Infektionen. Man unterscheidet den heißen Abszess unter örtlicher Hitze, Rötung, Schwellung und Schmerz und den kalten, auch chronischen, tuberkulösen Abszess, z.B. den sogenannten Senkungsabszess bei Wirbelsäulentuberkulose.
Abtreibung
Unterbrechung der Schwangerschaft durch einen mechanischen Eingriff (zum Beispiel durch Absaugen) oder Medikamente. Eigen-Abtreibung (durch die Schwangere selbst) oder Fremdabtreibung ist nach Paragraph 218 des Strafgesetzbuches der Bundesrepublik Deutschland strafbar. Straffrei ist der Schwangerschaftsabbruch nach einer Entscheidung des. Bundesgerichtshofes, sofern er nach vorhergehender Begutachtung aus medizinischen bzw. genetischen oder bestimmten sozialen Gründen innerhalb der ersten zwölf Wochen nach der Empfängnis vorgenommen wird, in Sonderfällen auch später. Österreich und die Schweiz haben ähnliche Regelungen
Abusus
Missbrauch, zum Beispiel von Arzneimitteln oder.E Alkohol.
Abwehrspannung
Reflektorisch entstandene Muskelspannung der Bauchmuskulatur, wichtiger Hinweis auf Baucherkrankungen, zum Beispiel Bauchfellentzündungen
Abwehrstoffe
siehe Immunantwort.
Acetum
Essig.
Acetylsalicylsäure
Acidum acetylosalicylicum Schmerz-, Fieber und Rheumamittel (Aspirin).
Achalasie (griech. Nicht-Erschlaffung")
Eine neurogene Störung der Peristaltik der Speiseröhre und des unteren Ösophagusschließmuskels, der sich beim Schluckakt öffnet. Folge ist eine Erweiterung der Speiseröhre. Als Ursache wird eine Degenera-tion eines Nervengeflechtes unter der Schleimhaut angesehen. Zu möglichen Be-handlungsstrategien gehören Botulinumgift, das über ein Endoskop verabreicht wird, eine Ballonaufdehnung oder eine Operation.
Achsel
Schulter.
Achseldrüsen
Lymphdrüsen im Bereich der Achselhöhle.
Achselhöhle
Axilla.
Acidum
Säure, z.B., Acidum acicum
Acne
siehe Akne.
Acquired Immuno Deficiency Syndrome
siehe AIDS.
Adaptation
Die Anpassungsfähigkeit von Organen, zum Beispiel des Auges, an vorhandene Lichtverhältnisse (Hell-Dunkel-Sehen). Auch Adaption.
Addisonsche Krankheit
Vom englischen Mediziner Thomas Addison (1793-1860) erstmals beschriebene Krankheit. Chronische Nebennierenstörung durch eine gegen die Nebennierenzellen gerichtete Autoimmunreaktion, Gewebsschwund unbekannter Ursache oder teilweise Zerstörung beider Nebennieren durch krankhafte Prozesse wie z.B. Tuberkulose oder Tumoren. Der Mangel an Nebennierenhormon führt zu vielfachen; schwerwiegenden Störungen praktisch aller Körperfunktionen. Besonders augenfällige Zeichen sind Schwäche, Müdigkeit, Blutdruckabfall, Gewichtsverlust, Verdauungsstörungen und Pigmentanomalien. Es kommt zu diffuser Braunfärbung der Haut, besonders an Druckstellen (daher auch der Name "Bronzekrankheit"), und blau-schwarzer Tönung der Schleimhäute. Fortlaufend behandelt mit Nebennierenhormonen (Substitutionstherapie) kann der Kranke ein normales Leben führen.
Adenoide Vegetation
Im Kleinkind- und Kindesalter häufige Wucherung der Rachenmandeln, die zur Verlegung der Nasenatmung führt und damit die Neigung zu Infekten begünstigt.
Adenom
Drüsengeschwulst. Kann in jeder echten Drüse entstehen, zum Beispiel in der Brustdrüse oder in der Schilddrüse, aber auch in der Leber und in den Nieren. Das Adenom ist in der Regel gutartig, kann aber auch bösartig werden. Man spricht dann von einem Adenoma malignum.
Adenotomie
Entfernung der Rachenmandeln auf operativem Wege.
Aderhaut des Auges
Chorioidea.
Aderlass (Phlebotomie)
Eine der klassischen Behandlungsmethoden des Mittelalters und der frühgeschichtlichen Zeit, die auch bei allen Naturvölkern üblich ist. Der blutige Aderlass wird heute bei Polycythämie (krankhafter Vermehrung der Blutkörperchen) und bei der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) angewandt. Unblutiger Aderlass wird das abwechselnde Anbringen von Staubinden an den Oberschenkeln und Oberarmen zur Entlastung des Herzens bei akutem Lungenödem genannt.
Adhäsion
Verwachsung und Verklebung zum Beispiel von Eingeweiden mit dem Bauchfell oder der Beckenwand nach Entzündungen oder operativen Eingriffen. Adiadochokinese
Adipositas
Fettsucht.
Adnexe
Anhang der Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke.
Adnexitis
Entzündung der Adnexe.
Adynamie
Kraftlosigkeit, Muskelschwäche verschiedener Ursache.
Aerophagie
Luftschlucken. Meist psychisch verursachte Störung, die durch Magenaufblähung funktionelle Herz-/Kreislaufbeschwerden verursachen kann. (siehe auch Roemheldscher Symptomenkomplex).
Affektinkontinenz
Schneller Ausbruch und Schwankungen von Gemütsstimmungen bei verschiedenen Krankheiten des Zentralnervensystems.
After
Darmausgang. (siehe Darm).
Agnosie
Unfähigkeit des Erkennens trotz intakter Sinneseindrücke.
Agranulozytose
Schwere, oft tödliche Blutkrankheit, verursacht durch das Fehlen oder die Extreme Abnahme von Granulozyten.
Aids-Antikörper
Abwehrstoffe, die gegen das Human Immunodeficiency Virus (HIV) gebildet werden. Sie können durch bestimmte Tests (ELISA) im Blut nachgewiesen werden.
Akkommodation
Fähigkeit ,des Auges zur Fern- und Naheinstellung der Linse im Auge.
Akne
Eine entzündliche Krankheit der Hauttalgdrüsen mit Komedonen (Mitesser), Papeln, PusteIn, entzündlichen Knötchen, oberflächlichen und manchmal tieferen eitergefüllten Zysten. Sie beginnt meist in der Pubertät unter dem Einfluss der Androgene.
Albinismus
Angeborener Pigmentmangel.
Alkalose
Verschiebung des Säurebasengleichgewichtes im Blut und in Geweben in alkalischer Richtung durch Säureverlust, zum Beispiel bei starkem Erbrechen; ferner durch übermäßige Zufuhr alkalischer Substanzen = metabolische Alkalose. Eine Respiratorische Alkalose entsteht bei Hyperventilation, durch die vermehrte Abatmung von Kohlendioxyd.
Alkoholismus
Zwanghafter Alkoholmissbrauch, der dem Trinker selbst und der Umgebung Schaden zufügt. Der Zwang unterscheidet den Alkoholiker vom schweren Gelegenheitstrinker.
Alkoholvergiftung
Durch übermäßigen Alkoholgenuss ausgelöste Störung, die in vier Stadien unterteilt wird
Allergene
Reizstoffe ( Antigene), meist Eiweißkörper oder Kohlenhydrate, die bei prädisponierten Menschen im Körper die Entwicklung von Abwehrstoffen im Blut hervorrufen. Kommt der Betreffende dann wieder mit dem gleichen Allergen in Berührung (durch Einatmen, Schlucken, Hautkontakt usw.), entsteht eine Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie, allergische Reaktion). Bei jeder weiteren Begegnung tritt diese Allergie wieder auf. Gegen einige Allergene ist eine Desensibilisierung möglich. Allergene können in Nahrungsmitteln wie Milch, Muscheln, Mehl oder Erdbeeren enthalten sein. Katzenhaare, Pflanzen, Chemikalien, Medikamente oder Insektengifte wirken auf manche Menschen ebenfalls allergen. Die Ursache ist noch nicht errscht.
Allergie
Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe, entweder angeboren ( Idiosyncrasie) oder durch Sensibilisierung mit Antigenen erworben ( Anaphylaxie ). Diese Reizstoffe (Allergene) können eingeatmet werden (zum Beispiel bei Pollenallergie - Heuschnupfen), mit der Nahrung aufgenommen (z. B. Erdbeer-, Orangen-, Fisch-, Muschelallergie), durch Medikamente Penizillinallergie, Kontrastmittelallergie) oder durch Insektenstiche ausgelöst werden. Die Allergie kann sich in den verschiedensten Krankheitsbildern äußern
Allergosen
Krankheiten, die durch Allergene hervorgerufen werden (zum Beispiel Heuschnupfen, Asthma, gewisse Anämien, Ekzeme...).
Alopezie (Alopecia)
Teilweiser oder vollständiger Haarausfall oder angeborener Haarmangel (Kahlheit, Glatze). Alopecia androgenetica
Alt-Insulin
Handelsbezeichnungen für normales Insulin, das keine Zusätze enthält und schnell wirkt (Maximum ein bis zwei Stunden nach der Injektion).
Alter, biologisches
Wird von Medizinern durch verschiedene Untersuchungsmethoden wie Ermüdungsindex festgelegt und kann über oder unter dem kalendarischen Alter liegen. (Jugendliche, Greise, vorgealterte Menschen.)
Altern
Veränderungen von Organen und Zellen mit den fortschreitenden Lebensjahren. das Gewebe ist weniger elastisch, der Stoffwechsel verlangsamt sich, die Knochen- substanz wird brüchiger.) Die Ursache des Alternvorganges ist noch unbekannt.
Altersdemenz
-siehe Demenz.
Alterspigmentierung
Dunkel- braune Flecken, die sich bei älteren Menschen besonders im Gesicht und auf dem Handrücken'bilden können.
Altersstar
Trübung der Augenlinse im Alter, die bis zur Undurchsichtigkeit gehen kann. Der sogenannte Graue Star kann operiert werden.
Aluminose
Erkrankung der oberen Luftwege und/oder der Lunge durch Aluminiumstaub oder Aluminiumdämpfe (Berufskrankheit).
Alveole
Lungenbläschen an den Enden der Luftröhrenäste. In ihnen findet die eigentliche Atmung, der Blut-Gas-Austausch statt.
Amaurose
Völlige Erblindung. Das Auge reagiert auf keinen Lichtreiz. ( Blindheit). Amblyopie
Amelie
Angeborenes Fehlen aller Gliedmaßen.
Amenorrhoe
Ausbleiben der Regel. Bei der primären Amenorrhoe tritt die Monatsblutung überhaupt nicht ein. Von einer sekundären Amenorrhoe wird gesprochen, wenn die Menstruation später plötzlich mehr als drei Monate aussetzt.
Amine
Basische Verbindungen, die sich vom Ammoniak ableiten. Darunter stark wirkende physiologisch vorkommende Substanzen wie die biogenen Amine (z.B. Azetylcholin und Histamin).
Aminosäuren
Der einfachste Bau- Stein der Eiweißkörper. Mehr als Zwanzig verschiedene Arten sind bekannt.
Amnion
Hülle, die das Fruchtwasser mit dem Embryo in der Gebärmutter umschließt.
Amnioskopie
Fruchtwasser-Spiegelung. Der Gynäkologe führt dazu im Endstadium der Schwangerschaft einen mit einer Optik und einem Lämpchen versehenen Stab durch die Scheide der Frau an die Fruchtblase heran, um das Fruchtwasser auf krankhafte Verfärbung zu betrachten.
Amputation
Operatve Abtrennung eines Körperteils oder Organs Beim Durchtrennen einer Gliedrnaße spricht man nur von einer Amputation, wenn der Knochen durchtrennt wird. Wird an einem Gelenk abgetrennt, dann ist dies eine Exartikulation.
Amöbenruhr
Tropenkrankheit, die in fast allen tropischen Ländern der Erde vorkommt, mit starkem Durchfall, im Gegensatz zur Bakterienruhr jedoch im Anfangsstadium ohne Fieber. Es besteht die Gefahr von Fieberabszessen und anderen Komplikationen.
Anabolika
Das Muskelwachstum fördernde Stoffe, die dem im (männlichen) Hoden gebildete Testosteron ähnlich sind. Sie fördern den Eiweißaufbau im Körper.
Anabolismus
Aufbauende Prozesse, durch die Stoffe aus der Nahrung in lebende Substanz umgewandelt werden.
Analatresie
Fehlen der Afteröffnung (Missbildung).
Analeptika
Stoffe mit erregender Wirkung auf das Zentralnervensystem, z. B. Koffein.
Analgesie
Hemmung der Schmerzempfindlichkeit des Zentralnervensystems.
Analgetika
Schmerzstillende Medikamente.
Anamnese
Vorgeschichte des Kranken, die für eine medizinische Diagnose oft von großer Bedeutung ist. Bei einer Familien-Anamnese werden auch die Krankengeschichten der nächsten Verwandten mit einbezogen (wichtig bei möglichen Erbkrankheiten).
Anaphylaktischer Schock
Schwerer Blutdrucksturz durch u. a. freigesetzes Histamin oder Azetylcholin als allergische Reaktion auf Antigenzufuhr, gegen das Sensibilisierung besteht.
Anaphylaxie
Allergieform, bei der die Reaktion nach Zufuhr eines Antigens sofort erfolgt und über die Freisetzung hochwirksamer Substanzen wie Histamin zu örtlichen oder ausgebreiteten Störungen führt, zum Beispiel Heuschnupfen, Urticaria, Asthma, Quincke-Odem.
Anasarka
Wassersucht, Wasseransammlung vor allem im Haut- und Unterhautgewebe.
Anastomose
1. Netzartige Vereinigung von Blut-, Lymphgefäßen oder Nerven. Sie ermöglicht dem Körper, krankhaft unpassierbar gewordene Blutgefäße durch eine andere Querverbindung zu umgehen. 2. Chirurgen bezeichnen mit dem gleichen Ausdruck die Verbindung zweier Hohlorgane, zum Beispiel des Magens und des Dünndarms, wenn Teile davon entfernt werden mussten.
Anatomie
Die Wissenschaft vom Bau und der Form der Lebewesen.
Anazidität
Abwesenheit freier Salzsäure im Magensaft.
Androgene
Die männlichen Keimdrusenhormone.
Anetirysma dissecans (dissezierendes Aneurysma)
Längsspaltung der Gefäßwand durch Eindringen von Blut unter die Innenschicht. Kann die ganze Länge der Aorta betreffen.
Anfallsleiden
Bezeichnung für alle Formen der Epilepsie
Angiitis
Blutgefäßentzündung.
Angina pectoris
Klinisches -4 Syndrom, verursacht durch mangelhafte Sauerstoffversorgung des Herzens. Charakteristisch ist ein anfallsweise auftretender tiefsitzender Druck oder Schmerz unter dem Brustbein mit oder ohne Ausstrahlung in den linken oder in beide Arme, Hals, Unterkiefer. Unter vielfältigen auslösenden Faktoren ist körperliche Anstrengung obligat. Ruhe und Nitroglyzerin beenden die Anfälle. Eine Sonderform der Angina pectoris entsteht durch spontanes Zusammenziehen der Herzkranzgefäße, dessen Ursache unbekannt ist.
Angina tonsillaris, Angina pflegmonosa
Entzündung der Mandeln. Äußert sich durch Schluckbeschwerden, Fieber, Zungenbelag, allgemeines Krankheitsgefühl. Entsteht aus infektiösen oder nich tinfektiösen Ursachen. Kann sowohl eine selbständige Krankheit als auch die Begleiterscheinung einer anderen sein. Sie muss vom Arzt behandelt werden, da sie Rheuma sowie Herz- und Nierenerkrankungen verursachen kann.
Angiographie
Röntgenuntersuchung der Blut- und Lymphgefäße nach der Einspritzung eines Kontrastmittels.
Angulus
Winkel, z. B. Angulus oris
Angulus infectiosus oris
Faulecken, entzündliche Herde an den Mundwinkeln. Diese Rhagaden entstehen bei Kindern gelegentlich während des Zahnwechsels. Bei älteren Menschen kann eine schlecht sitzende Zahnprothese die Ursache sein. Begünstigt werden diese Entzündungen durch Vitamin-B-Mangel, Zuckerkrankheit, Eisenmangel oder bestimmte Magenerkrankungen.
Angulus mandibuae
Unterkiefe winkel.
Anhidrosis
Angeborenes Fehlen der Schweißbildung.
Anisokorie
Ungleiche Weite der Pupillen.
Ankylose, Ankylosis
Vollständige Gelenkversteifung durch bindegewebige oder knöcherne Verschmelzung. Am häufigsten Folge eines chronischen Gelenkrheumatismus.
Anomalie
Abweichung von der Norm, Entwicklungsstörung.
Anopheles
Weit verbreitete Moskitoart. Viele von den rund 300 Unterarten sind wichtig als Malariaüberträger.
Anorexia nervosa
Krankhafte Abneigung gegen jede Nahrungsaufnahme. Reifungskrise, besonders häufig bei Mädchen und jungen Frauen zwischen der Zeit der Pubertät und dem dritten Lebensjahrzehnt. Sie scheinen sich gegen die Übernahme der sexuellen Rolle erwachsener Frauen zu wehren. Die Folge sind Gewichtsverluste, Auszehrung, Hinfälligkeit. Eine erfolgversprechende Behandlung ist oft nur in der Klinik möglich.
Anoroxia
Appetitlosigkeit.
Anovulatorischer Zyklus
Periodische Blutungen aus der Gebärmutter ohne Ovulation (Eisprung). Häufig bei jungen Mädchen in den Monaten nach der ersten Regel und bei Frauen in den Wechseljahren.
Anoxie
Stark verminderter Sauerstoffgehalt in Körpergeweben.
Anoxämie
Stark verminderte Sauerstoffsättigung des Blutes.
Antagonismus, Antagonist
Gegenwirkung, der Entgegenwirkende. In der Anatomie werden Muskeln mit entgegengesetzter Funktion, die ein Körperglied beugen und strecken, als Antagonisten bezeichnet. In der Arzneimittelkunde wird diese Bezeichnung für Präparate gebraucht, die die Wirkung anderer Präparate aufheben oder einschränken.
Anti-D-Prophylaxe
Maßnahme bei einer sogenannten Rhesusinkompatibilität, einer Blutgruppenunverträglichkeit zwischen manchen Müttern und ihren Kindern, die beim werdenden Baby zu schwersten Erkrankungen wie Gelbsucht, Blutarmut und starken Wassereinlagerungen führen kann (Morbus hämolyticus neonatorum - Erythroblastosis fetalis). Gefährdeten Müttern mit einer Rh-negatiyen Blutgruppe (Rh = Rhesus) und einem Rh-positiven Ehepartner werden nach der Geburt eines Kindes, einer Fehigeburt oder einer Blutübertragung Wirkstoffe eingespritzt, die eine Bildung von Antikörpern, eine Sensibilisierung, und damit die gesundheitliche Gefährdung eines später gebotenen Babys verhindern. Diese Vorbeugung ist nur bei noch nicht sensibilisierten Müttern möglich.
Antibiotika
Sammelbezeichnung für Stoffe, die von Kleinstlebewesen gebildet werden, und die in der Lage sind, Bakterien oder andere Mikroorganismen abzutöten oder in ihrer Entwicklung zu hindern. Am bekanntesten sind Penizillin und Tetrazykline. Entdeckt wurden bisher Hunderte dieser Stoffe, nur wenige eignen sich aber zur Bekämpfung von Krankheiten. Ein Antibiotikum kann sich gegen einen oder gegen eine ganze Gruppe von Erregern richten. Im zweiten Fall spricht man von einem Breitspektrum-Antibiotikum. Die Medikamente nahmen vielen Infektionskrankheiten den Schrecken. Sie werden sowohl in der Human- als auch in der Tiermedizin eingesetzt.
Antibiotika-Resistenz
Die Unempfindlichkeit einiger Kleinstlebewesen gegen bestimmte Antibiotika. Sie kann natürlich vorkommen oder erworben werden. Die Erreger bestimmter Geschlechtskrankheiten (Gonokokken) sind zum Beispiel in einigen Gebieten der Erde gegen bestimmte Penizilline widerstandsfähig. Der Arzt weicht auf andere Antibiotika ans. Welche Medikamente in diesem Fall noch wirken, lässt sich durch ein Antibiogramm, eine Antibiotika Testung, feststellen.
Antidiuretisches Hormon
Abkürzung
Antidot
Gegengift, hebt die Wirkung schädlicher Substanzen auf oder milden sie.
Antiemetika
Medikamente gegen Erbrechen. Sie werden häufig bei Reisekrankheiten (Kinetosen) eingesetzt.
Antiepileptika
Medikamente, die Krämpfe bei Epilepsie abschwächen oder verhindern.
Antigen-Antikörper-Reaktion
Bezeichnung des Vorgangs nach dem Zusammentreffen von Antigenen und Antikörpern. Die Zusammenballungen der beiden Stoffe lassen sich im Labor beobachten. Entsprechende Tests sind für die Diagnose sehr wichtig. Der menschliche Körper ist in der Lage, durch die Antigen-Antikörper-Reaktion krankmachende Bakterien aufzulösen oder die Wirkung von Giften aufzuheben. Der gleiche Vorgang kann aber auch zu Krankheiten unterschiedlichster Schweregrade führen, wenn bestimmte Stoffe unverträglich empfunden werden, gegen sie eine Allergie vorhanden ist.
Antigen-Immunoblot
Test zum Nachweis der AIDS-erregenden HIV-Viren. Antigenneutralisationstest
Antigene
Körperfremde Stoffe, meist Eiweißkörper, aber auch Kohlenhydrate und größere Komplexe wie Viren und Bakterien, die nach Eindringen in Gewebe im Organismus die Bildung von Antikörpern verursachen.
Antikoagulantien, Antikoagulans
Mittel, die im Körper die Blutgerinnung hemmen und dadurch der Bildung von Blutgerinnseln entgegenwirken.
Antikonzeption
Schwangerschaftsverhütung.
Antikörper
Abwehrstoffe, Eiweißkörper aus der Gruppe der Globuline des Serums, die sich mit den ursächlichen Antigenen zu unlöslichen Komplexen verbinden. Antikörper können außer im Serum auch in anderen Körperflüssigkeiten vorkommen. Je nach ihren Eigenschaften werden zum Beispiel verklumpende (Agglutinine), auflösende (Lysine) oder ausfällende (Praetzipitine) Antikörper unterschieden. Sie spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem. Ihr Vorhandensein verhindert - etwa bei Röteln - den erneuten Ausbruch der gleichen Krankheit. Durch Impfung kann das Immunsystem angeregt werden, neue Antikörper zu bilden. Sie sind aber auch verantwortlich für Allergien und können sich in seltenen Fällen sogar gegen das körpereigene Gewebe richten (Autoaggressions-Krankheiten).
Antikörper-Screening-Test
Methode, Antikörper - z.B. gegen die AIDS-erregenden HIV-Viren - im Serum zu finden. Im positiven Fall ist ein Antikörper-Bestätigungstest notwendig.
Antimycotica
Medikamente, die Pilze bekämpfen.
Anurie
Fehlende oder zu geringe Harnabsonderung durch ein Versagen der Nieren (Urämie) oder eine Blockade des Harnleiters zur Blase. Die Mediziner sprechen bereits von einer Anurie, wenn die Harnausscheidung weniger als 100 Milliliter pro Tag beträgt. Ohne ärztliche Maßnahmen (Medikamente, chirurgische Eingriffe, (Blutwäsche durch eine künstliche Niere) kommt es zu einer Harnvergiftung, die - bei völligem Versagen der Organe - in vier bis zehn Tagen zum Tode führen kann. Je nach der Ursache unterscheiden die Arzte eine sekretorische Anurie (wenn die Harnproduktion gestört ist) oder eine exkretorische Anurie (wenn die Harnentleerung nicht funktioniert).
Anus
Darmausgang.
Anämie
Blutarmut. Ein Zustand mit abnorm verminderter Zahl der roten Blutkörperchen und/oder der Menge des Blutfarbstoffes als Resultat von Blutverlusten, verminderter Neubildung, beschleunigtem Abbau oder Kombinationen der drei Faktoren. Die Einteilung der Anämien erfolgt meist nach ätiologischen oder morphologischen Kriterien.
Anästhesie
Unempfindlichkeit. Aufhebung der Berührungs- und Schmerzempfindlichkeit einzelner Körperregionen oder auch am ganzen Körper.
Anästhesieverfahren
Die verschiedenen Methoden zur Schmerzaufhebung besonders bei Operationen.
Anästhesiologie
Fachgebiet der Medizin, das sich mit allen für die Narkose wichtigen Gebieten befasst.
Anästhesist
Narkosearzt.
Aorta
Größte Körperschlagader. Sie reicht von der linken Herzkammer bis in den Bereich des Beckens. Aus ihr entspringen alle großen Arterien.
Aorteninsuffizienz
Schlussunfähigkeit der Aortenklappe. Folge davon ist, dass ein Teil des während der Systole geförderten Schlagvolumens während der Diastole wieder in die linke Herzkammer zurückfließt.
Aortenklappe
Herzklappe zwischen der linken Herzkammer und dem Anfangsteil der Hauptschlagader (Aorta).
Apallisches Syndrom
Sammelbegriff für Zustände nach einem Versagen der Großhirnrinde durch Unfälle oder Erkrankungen. Die meisten elementaren Funktionen des Körpers, die durch den Hirnstamm gesteuert werden, bleiben erhalten, Leistungen im geistig-seelischen Bereich sind jedoch nicht mehr möglich. Das apallische Syndrom droht zum Beispiel auch, wenn nach Unfällen die Wiederbelebung nicht in den ersten Minuten gelingt. Auch wenn das Herz wieder zu schlagen beginnt, kann die Großhirnrinde bereits abgestorben sein, da sie empfindlicher als alle anderen Körperzellen auf Sauerstoffmangel reagiert.
Apathie
Gleichgültigkeit gegenüber äußeren Eindrücken.
Apgar-Schema
Bezeichnung für ein von der amerikanischen Narkose-Ärztin Virginia Apgar entwickeltes Punktesystem, mit dem die Vitalität eines Babys eine Minute und fünf Minuten nach seiner Geburt beurteilt wird. Benotet werden die Farbe der Haut, die Spannung der Muskeln, die Reaktion des Kindes, Puls, Atmung usw. Die erreichte Punktzahl - zehn ist die höchste trägt der Arzt in den Mutterpass ein.
Aphasie
Sprachverlust durch eine Störung des Sprachzentrums im Gehirn. Alle Sprechwerkzeuge funktionieren, die Intelligenz ist vorhanden, doch kann bei der motorischen Aphasie Gesprochenes zwar verstanden, aber nicht nachgesprochen werden. Bei der sensorischen Aphasie wird auch das Gehörte nicht verstanden. Aphasie kann als Folge eines Schlaganfalls auftreten.
Aphrodisiaka, Aplirodisiacum
Präparate, die eine Steigerung des Geschlechtstriebes hervorrufen sollen.
Aphten
Kleine, runde, weiß-gelbe Bläschen, bevorzugt im Bereich der Lippen, der Wangenschleimhaut oder des Mundes. Sie können aus völlig unbekannten Gründen im Zusammenhang mit der monatlichen Regel oder mit Verdauungsstörungen auftreten und von allein wieder abheilen (habituelle.-Aphten) oder die Folge- von infektiösen Entzündungen der Mundschleimhaut sein (Stomatitis aphthosa).
Aplasia, Aplasie
Fehlen eines Körperteils oder Organs von der Geburt an durch eine Störung während der Keimentwicklung.
Apnoe
Atemstillstand.
Apoplexia, Apoplexie
Schlaganfall, Gehirnschlag. Unspezifische Bezeichnung für klinische Syndrome, die nach Hirnblutungen oder Hirn- Ischämie bei Gefäßverschlüssen mit folgendem Hirninfarkt auftreten. Beide treten plötzlich auf. Aus den Symptomen und Zeichen kann auf die Art der Schädigung geschlossen werden. Die Folgen können von vorübergehenden, ganz leichten Erscheinungen bis zur Lähmung bestimmter Nerven oder einer ganzen Körperseite gehen und im schlimmsten Fall auch tödlich sein. Etwa jeder sechste bis siebte Mensch stirbt an einem Schlaganfall.
Appendektomie
Operative Entfernung des sogenannten Wurmfortsatzes bei einer Appendizitis (Blinddarmentzündung).
Appendizitis
(Blinddarmentzündung)
Appetitzügler
Medikamente, die das appetitregulierende Zentrum im Gehirn beeinflussen und zu einer Herabsetzung des Appetits führen. Bei andauernder Einnahme besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.
Applikation
Verabreichung von Arzneimitteln und Behandlungstechniken oder die Art ihrer Anwendung (zum Beispiel intravenös, in die Vene gespritzt oder oral, als einzunehmende Tablette gegeben).
Approbation
Berechtigung, als Arzt, Zahnarzt, Tierarzt oder Apotheker tätig zu sein. Apraxie
Aqua
lat. Wasser.
Arnpullä, Ampulle
1. Gläserner Arzneimittel-Kolben, der nach dem Füllen zugeschmolzen wird. 2. Anatomen bezeichnen damit' alle kolbenartigen Erweiterungen vo, röhrenartigen Organen wie des Mastdarms und des Eileiters.
Arrhythmia, Arrhythmie, Arrhythmien
Herzrhythmusstörungen.
Arsen
Spurenelement. Als Element selbst ungiftig. Es oxydiert sich leicht zu dem gefährlichen Gift Arsenik (arsenige Säure). In seinen verschiedenen Verbindungen seit fast 3000 Jahren als hochwirksames Gift bekannt. Fast alle Giftmorde des Altertums wurden damit durchgeführt. Arsenspuren lassen sich noch nach Jahrhunderten zum Beispiel in einem erhaltenen Menschenhaar nachweisen. In sehr kleinen Dosen wurde Arsen als Heilmittel verwendet, weil es, so verabreicht, die Blutbildung und das Knochenwachstum anregt und nervösen Erschöpfungszuständen entgegenwirkt. Vor der Einführung von Antibiotika war das Arsenpräparat Salvarsan ein wichtiges Medikament gegen Syphilis. In Tirol war Arsenik lange Zeit Bestandteil der Volksmedizin. Bauern nahmen es als Kräftigungsmittel.
Arsenikesser
Sie vertrugen nach jahrelanger Gewöhnung sogar mehrfach tödliche Dosen infolge verminderter Resorption. Heute werden Arsenpräparate nicht mehr verordnet, weil sie Hautkrebs hervorrufen.
Arsenvergiftung
Vergiftung durch Arsenverbindungen. Über die Atemwege' (etwa bei industriellem Umgang mit Arsenik), in krimineller oder selbstmörderischer Absicht dem Körper zugeführt, wirkt es als Zellgift. Je nach der Höhe der Dosis führt es zu Leibschmerzen, Durchfällen, Kreislaufstörungen, Blutdrucksenkungen bis hin zur Lähmung des Gefäß- und Atemzentrums im Gehirn.
Artefakt
Künstlich hervorgerufene Veränderung.
Arterie
Schlagader, alle Blutgefäße, die vom Herzen wegführen und mit Sauerstoff angereichertes Blut im Körper verteilen. Der Schlag des Herzens ist als Puls fühlbar. Kleinere Arterien sind Arteriolen. Sie gehen in die Kapillaren, die Haargefäße, über. Arteditis
Arteriographie
Röntgenologische Darstellung von Arterien durch Einspritzen eines Kontrastmittels in den Blutstrom. Darstellung der arteriellen Blutversorgung von einzelnen Organen oder Organabschnitten durch Kontrastmittelinjektion mit Aortenkatheter in Gefäßabgang möglich.
Arteriosklerose
Verdickung der Schlagaderwände mit Elastizitätsverlust und entzündlichen Veränderungen. Bindegewebe- und Mineralablagerungen in der mittleren Schicht der Arterienwand verhärten die Gefäßwand. Bei einer zweiten Form, Atherosklerose, sammeln sich Fett und andere Substanzen in der Innenschicht zu plattenförmigen Gebilden, die die Strombahn zusammen mit Auflagerungen von Blutgerinnseln einengen oder verschließen können. Wichtige Krankheitsursache, besonders bedrohlich an Herz- und Hirngefäßen.
Arthritis
Entzündung eines Gelenks. Umfasst ca. 100 verschiedene Typen. Häufige ungenaue Bezeichnung
Arthrographie
Röntgenologische Darstellung von Gelenken, nach- dem Kontrastmittel oder Gase in den zu untersuchenden Bereich eingebracht wurden. Diese Technik ermöglicht einen sehr genauen Nachweis von Verletzungen oder Abnutzungserscheinungen (Treffsicherheit etwa 95 Prozent).
Arzneimittelallergie
Sammelbegriff für Überempfindlichkeitsreaktionen Allergien gegen bestimmte Medikamente.
Arzneimittelsucht
Ständige Einnahme von Medikamenten kann zur Abhängigkeit von Arzneimitteln und schweren körperlichen Schäden führen.
Asbestose
Lungenkrankheit, die durch Einatmung von Asbestfasern verursacht wird und die mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko verbunden ist.
Ascorbinsäure
Vitamin C.
Asepsis
Keimfreihaltung der Hände und aller Instrumente vor einem medizinischen Eingriff. Sie wurde 1847 durch den Gynäkologen Ignaz Semmelweis zuerst in der Geburtshilfe eingeführt und machte größere Operationen erst möglich.
Askariasis, Askaridiasis
Wurm- krankheit durch Spulwürmer (Askariden). Infektion durch Wurmeier in Trinkwasser oder kontaminiertem Nahrungsmittel. Die Askariden können aus dem Darm an verschiedene Körperstellen wandern.
Aspergillose
Durch den Erreger Aspergillus verursachte Pilzerkrankung. Bei immungeschwächten Menschen lebensgefährlich.
Asphyxie
Ein Zustand mit Sauerstoffmangel und Kohlensäureanstieg in Blut und Geweben durch Unterbrechung des Gasaustausches zwischen Lungen und umgehender Luft, z. B. durch Ertrinken oder Verlegung der Atemwege.
Aspiration
Eindringen von Fremdkörpern wie Blut, Erbrochenem oder festen Stoffen in die Luftröhre und die Lunge. Dies kann zu einer Aspirationspnemonie führen, einer Lungenentzündung, die entsteht, wenn einer der Fremdkörper einen Bronchialast verlegt.
Asthenie
Kraftlosigkeit, Schwäche.
Asthma
Periodisch auftretende Atemnot mit keuchender Atmung und besonders behinderter Ausatmung durch Spasmus der Bronchien. Allergische Reaktion auf äußere oder innere Antigene, wie zum Beispiel Bakterien Psychische Einflüsse fördern die Krankheit.
Asthma cardiale
Atemnot bei Herzversagen durch Stauung im Lungenkreislauf. Astigmatismus
Astrozytom
Meist gutartige Hirngeschwulst.
Asystolie
Herzstillstand.
Aszites
Bauchwassersucht. Abnorme Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, verursacht durch Leberrinhose, Herz- und Nierenkrankheiten sowie Entzündungen und Tumoren der Bauchhöhle.
Atelektase
Fehlende Luft in den Lungenbläschen. Wenn sie von Geburt an bestehen, wird von fetaler Atelektase gesprochen. Bei der sogenannten Lungenschwimmprobe geht das Gewebe im Wasser unter. Erworbene Atelektase
Atemfrequenz
Zahl der Atemzüge pro Minute. Beim ruhenden Erwachsenen etwa 10 bis 15, während der Arbeit 15 bis 30. Kinder atmen schneller (bei der Geburt etwa 50mal, als Einjähriges 35mal, als Sechsjähriges 25mal pro Minute). Atemlähmung
Atherosklerose
Siehe Arteriosclerose.
Athetose
Bewegungsstörungen z. B. infolge einer Hirnschädigung vor oder nach der Geburt mit langsamen, wurmartig krümmenden Bewegungen. Atlas
Atonia uteri
Die Gebärmutter zieht sich während oder nach der Geburt oder Fehlgeburt nicht mehr richtig zusammen, die Arterien dieses Organs werden nicht verschlossen, es kommt zu unstillbaren Blutungen. Dies kann z. B. durch Überdehnungen, Missbildungen oder zurückbleibende Reste der Plazenta ausgelöst werden,
Atonie
Erschlaffung der Muskulatur.
Atresie
Angeborenes Fehlen einer natürlichen Körperöffnung, z. B. des Mundes, des Afters, der Scheide.
Atrophie
Schrumpfung von Organen, Muskeln oder des ganzen Körpers, verursacht durch Ernährungsstörungen, Altem, Erkranken oder auch durch Nichtgebrauch.
Atropin
Gift von Nachtschattengewächsen wie der Tollkirsche (Atropa belladonna), des Stechapfels oder des Bilsenkrautes, für Arzneimittel künstlich hergestellt. Wirkt auf das Nervensystem, wo es die Reize des Parasympathikus-Nerven aufhebt (Parasympathico lyticum). In geringen Dosen fährt es zu einer Erweiterung der Pupillen, beschleunigt den Herzschlag, bremst die Produktion der Speiche- lund Schweißdrüsen sowie die Bewegungen des Darms. Als Medikament angewandt in der Augenheilkunde, als Spasmolyticum, als Narkosevorbereitungsmittel und Gegengift bei Pflanzenschutzmittelvergiftung (E 605).
Atropin-Vergiftung
Der Genuss von Tollkirschen kann ebenso wie in zu großen Mengen eingenommene atropinhaltige Medikamente zu schweren Vergiftungen führen. Sie äußern sich in Übererregbarkeit, die später in große Schläfrigkeit und eventuell in ein Koma, übergeht.
Auge
Von drei Häuten des Augapfels umgebenes Sehorgan, das auf einem Fettpolster gelagert in der knöchernen Augenhöhle liegt. Durch den Sehnerv steht es mit dem Gehirn in Verbindung. Die äußere Hülle des Augapfels geht nach vorn in die durchsichtige, gekrümmte Hornhaut (Cornea) über. Dahinter liegt, nach der mit Kammerwasser gefüllten vorderen Augenkammer, als Loch in der dritten Schicht des Augapfels, der Regenbogenhaut, die Pupille. Muskeln können dieses Sehloch - wie die Blende bei einem Fotoapparat - je nach dem Lichteinfall vergrößern oder verkleinern. Die Lichtstrahlen fallen dann durch die Linse, deren Verformbarkeit durch den sie umgebenden Ziliarmuskel die Nah- und Ferneinstellung, die Akkommodation, ermöglicht. Die Lichtstrahlen werden durch die ebenfalls mit Kammerwasser gefüllte hintere Augenkammer, den aus einer durchsichtigen Flüssigkeit bestehenden Glaskörper auf die Netzhaut (Retina) projiziert. Sie ist der eigentlich lichtempfindliche Teil des Auges.
Augendiagnose
Irisdiagnose.
Augendruck
Bezeichnung für die Spannung, die auf der Augeninnenhaut lastet, und die durch die laufende Produktion und die Abführung des Kammerwassers (pro Minute etwa 2,3 Kubikmillimeter), den Druck des Glaskörpers sowie des Blutdrucks der Adern des Auges aufrechterhalten wird. Er wird in Torr gemessen, einer Druckeinheit, die einem 76O-steI einer Atmosphäre entspricht und beim gesunden Menschen zwischen 15 bis 22 Torr betragen soll. Eine Erhöhung des Augendrucks, etwa durch eine Störung der Abflusswege des Kammerwassers, führt zu einem -Glaukom, eine Verminderung zur Hypotonie.
Augenmuskellähmung
Geschwülste, Verletzungen oder Erkrankungen können zu einer Lähmung eines oder mehrerer der insgesamt sechs äußeren Muskeln eines jeden Auges führen. (Strabismus.)
Aura
Medizinische Bezeichnung für die Vorgefühle beim Herannahen eines epileptischen Anfalls. Sie können sich in psychischen (Angst, Glücksgefühl), akustischen (bestimmte Geräusche), visuellen (Funkensehen) oder anderen Erscheinungen äußern. Kranke können sich vor zusätzlichen Folgen eines Anfalls - etwa durch Stürze - schützen, indem sie sich beim Auftreten der Aura hinlegen. Aurikular
Ausfluss
Fluor genitalis
Auskultieren
Abhören im Körper entstehender Geräusche durch den Herzschlag, die Lungentätigkeit, aber auch der Darmbewegungen. Dies kann durch das Anlegen des Ohres an den Körper, durch das Aufsetzen eines Stethoskops oder durch den Einsatz elektronischer Geräte geschehen.
Ausschabung
Küretage.
Austauschtransfusion
Ersatz nahezu des gesamten Blutes durch eine Bluttransfusion. Sie wird am häufigsten bei Neugeborenen vorgenommen, wenn bei den Eltern des Babys eine Blutgruppenunverträglichkeit (Rhesus-Faktor) besteht. Erwachsene erhalten bei schwerem Nierenversagen, großflächigen Verbrennungen, Vergiftungen (zum Beispiel durch Knollenblaätterpilze) oder Leukämie unter Umständen eine Austauschtransfusion. Beim Neugeborenen sind ein halber bis ein Liter, beim Erwachsenen bis zu 15 Liter frisches Spenderblut gleicher Blutgruppen-Zugehörigkeit dafür erforderlich.
Australia-Antigen
Be'i Virushepatitis B (Serumhepatitis) auftretende, für die Diagnose wichtige Antigene. Bezeichnet nach ihrer Entdeckunng bei australischem Ureinwohner.
Austreibungsphase
Zeitpunkt zwischen dem Öffnen des Muttermundes bis zur Geburt des Kindes.
Auswurf
Sputum.
Autoaggressions-Krankheiten
Zumindest teilweise auf Autoantikkörperbildung zurückzuführende Krankheiten, z.B. der Blutbildung, wie Agranulozytose und Thrombopenie.
Autoantigene
Dem Körper entstammende Substanzen, die durch Verbindung mit bestimmten körpereigenen Molekülen zu Antigenen werden, die gegen den eigenen Organismus gerichtete Autoantikörper provozieren.
Autoantikörper
Durch Autoantigene hervorgerufene Antikörper gegen körpereigene Bestandteile. Sie verursachen Autoaggressions-Krankheiten.
Autogenes Training
Erlernbare Selbstentspannungsmethode, die im Rahmen der sogenannten kleinen Psychiatrie eingesetzt wird. Der Patient wird in die Lage versetzt, bestimmte Körperfunktionen unter Kontrolle zu bringen Gute Erfolge bei der Behandlung verschiedener Beschwerden, zum Beispiel Einschlafstörungen.
Autopsie
Leichenöffnung. Untersuchung des Körpers nach dem Tod zur Feststellung der Todesursache.
Axilla (Achselhöhle)
Einbuchtung unterhalb des Schultergelenks.
Azidose
Verschiebung des Säure- Basen-Gleichgewichts aus dem neutralen in den sauren Bereich durch Anhäufung von Säuren oder Verlust an Alkalireserve (Bikarbonat) in Blut und Geweben. Durch einen Anstieg der Kohlensäure im Blut bei Atembehinderung entsteht eine respiratorische Azidose. Eine Metabolische (stoffwechselbedingte) Azidose entsteht z. B. bei Diabetes und Hungern durch Ansammlung von Ketosäuren (Ketoazidose). Bei Nierenkrankheiten führt verminderte Ausscheidung von Säuren bzw. Verlust an Bikarbonat zur Azidose.
Azoospermie
Fehlen von Spermien im Samenerguss des Mannes.
aboral
Vom Mund entfernt Abort,
alimentär (von lateinisch alimenturn = Nahrung)
Durch die Nahrung verursacht; z. B. alimentäres Fieber
anal
Den After betreffend,
Ätiologie
Lehre von den Ursachen (von Krankheiten).

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